DR 600 
Gespann

Navigation


            PROVORMA

            Projekte

            Werkstücke

            Bilder

            Download

            Pat

                    DR 600

                    SR 500


PROVORMA.html
Projekte.html
Werkstuecke.html
Bilder.html
Download.html
Pat.html

Die Geschichte :


Am Anfang war das Gespann unseres Freundes.

Das war ein WASP Enduro Gespann wie es in Rennen Mitte - Ende der 70er Jahre gefahren wurde. Mit einem auf 1000 ccm aufgemachten XS 650 Motor - ein unglaublich krasses Fahrzeug mit eigentlich endlosem Spasspotential - wenn ja wenn es dann nur auch richtig gefahren wäre.


Nun gefahren ist es schon aber es war halt ständig irgendwas kaputt der Motor war ein einziger Horror und das Ding anzuwerfen per Kickstarter war nur was für Leute die wirklich Bums im Bein haben :)


Ich wolle unbedingt ein Gespann fahren und ich habe Pat davon überzeugt das wir uns am besten eines bauen.  Wir hatten beide eine DR 600 zu der Zeit und hielten das Fahrzeug für eine gute Trägermaschine. Es gab schon alle Spezialwerkzeuge und einen Haufen Teile...

Projekte.html
Projekte.html

Nun ist die Idee sich in Deutschland mal eben ein Fahrzeug zu bauen und dafür auch noch eine Zulassung zu wollen zunächst mal ziemlich bekloppt vor allem dann wenn man gerade mal KFZ Mechaniker Lehrling ist.

Allerdings hatten wir das Glück, dass es damals beim TÜV in Filderstadt einen extrem fähigen und darüber hinaus auch begeisterungsfähigen Ingenieur gab mit dem man so ein Projekt realisieren konnte. Dem haben wir unseren Plan dargelegt und gefragt ob er uns unterstützen wird. Er hat unter der Maßgabe eingewilligt alle Bauabschnitte vor allem den Fahrwerksbau zu bestimmten Abschnitten sehen zu können. Und so mussten wir lediglich zwischen drin einige Male mit Plänen und Teilen bei Ihm vorstellig werden.


Uns so konnte das Projekt losgehen:

Als Komponenten hatte wir die DR 600 als leichte und robuste Enduro gewählt. Den Seitenwagen konnte man als Kit von WASP bekommen. Die Verbindungen sollten geschraubt werden und die Anschlusszapfen fest mit dem Rahmen verschweißt sein. Da Spur und Neigung des Seitenwagens nicht einstellbar sind  muss beim Schweißen des Rahmens alles passen. Dafür braucht es eine Richtbank. Ich hatte ein Jahr bei einer Firma für Oldtimer Restauration und Fahrzeugbau gearbeitet  Der dortige Karosseriebaumeister hatte mir beigebracht wie man sowas anstellt


Die Vorgaben waren: Spur des Seitenwagens 1 bis 1,5 Grad Vorspur Neigung von Maschine zu Seitenwagen 1-2 Grad Minus.  Ziel war das Gespann ohne Lenkungsdämpfer fahren zu können, annähernd sowas wie einen Geradeauslauf zu heben und ein stabiles Kurvenverhalten.  Gute Kurvenstabilität sind beim Gespann erreicht wenn das Fahrzeug anfängt in der Kurve über das Hinterrad zu driften bevor in der Rechtskurve der Wagen abhebt oder in der Linkskurve das Hinterrad. Bei der Fahrt zu Zweit ist dafür der Sozius zuständig in dem er sein Gewicht entsprechend in der Kurve verlagert. Fährt man ein Gespann allein muss das Fahrzeug mit Gewicht im Beiwagen tariert werden. Hier merkt man ob ein Fahrwerk gut oder schlecht ausgerichtet wurde.     

Diese Richtbank zu bauen war zunächst mal ein ziemlicher Aufwand und eigentlich auch nicht gedacht damit lediglich ein Gespann zu bauen - leider ist es aber dabei geblieben. Die Aufnahmen waren alle 3 dimensional verstellbar und somit konnte der Rahmen fast auf den Millimeter genau ausgerichtet werden bevor die Anschlusspunkte gesetzt wurden. Das Ergebnis war nahezu perfekt und die Fahreigenschaften der Maschine nachher genau wie wir es uns vorgestellt hatten.  Dazwischen lag freilich einiges an Arbeit . 


Nach einigen Wochen war es dann soweit die erste Testfahrt stand an - noch ohne Bremse und nur 1 PS (Patstärke) Antriebsleistung.


Dann kamen die endlosen Wochen mit Lackieren, Elektrik verlegen, Montage und die 100 kleine und großen Probleme bewältigen die sich einem in den Weg stellen.

Nach gut einem Jahr  war es dann soweit und die Maschine wurde tatsächlich zugelassen.  Die Maschine hat uns viel Spass gemacht und viele tausend Kilometer absolviert bevor ich sie dann nach einigen Jahren hergegeben habe. Durch einen Zufall habe ich gerade während ich diese Seite erstellt habe herausgefunden wo unser Schatz mittlerweile gelandet ist  Ganz offensichtlich hat sie einiges mitgemacht aber es ist schön zu wissen, dass sie wieder in guten Händen ist.